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Städtereise Salzburg |
Allein im Flachgau gibt es so vieles zu entdecken, dass wir mehrere Stunden in dem Bereich des Freilichtmuseums verbringen könnten. Bevor die Flut an Informationen unsere Aufnahmefähigkeit erschlägt, spazieren wir jedoch weiter in den Tennengau. Im Gegensatz zum Flachgau ist dieser Themenbereich mit zwei großen Gebäuden und dem zweistöckigen Kellbauern-Getreidekasten recht übersichtlich.


Als erstes kommen wir zum Prähausen-Austragshaus, das für den Tennengau typisch ist. Weil in diesem Gebäude neben den Altbauern auch Handwerker mitsamt ihrer Werkstätte untergebracht wurden, hat das Freilichtmuseum hier eine Schusterwerkstätte eingerichtet, in dem ein Schuster an einigen Tagen im Jahr nach das alte Handwerk demonstriert. Je nach Jahreszeit wurde übrigens in anderen Räumen des Austragshauses gekocht: während die Bewohner im Sommer einen offenen Herd im Vorhaus nutzten, wurde im Winter ein Sesselherd in der Stube befeuert.


Wer die Geräuschkulisse eines Tennengauer Einhofes erleben möchte, sollte das Sillbauernhaus besuchen. Seit 2004 gibt es in verschiedenen Räumen des Hofs eine Geräuschinstallation, welche die bäuerliche Welt des 19. Jahrhunderts akustisch zum Leben erweckt.
Direkt gegenüber befindet sich der Kellbauern-Getreidekasten. In dem ehemaligen Lagergebäude informiert eine Ausstellung über die Salzburger Zäune und Zaunformen, von denen auch einige auf dem Gelände des Freilichtmuseums zu sehen sind.



Vom Tennengau kommen wir in den Pongau bzw. zum Taxbauernhof, einem Pongauer Paarhof. Im Wohnteil des Hofs, dem Taxbauernhaus, befindet sich im ersten Stock eine Ausstellung über das Leben und die Arbeit der Dienstboten im Salzburger Land. Wie sie ist auch die Geschichte des 1533 errichteten Hofs sehr interessant: so emigrierte die Familie Höll, die den Hof bis 1732 führte, in die Vereinigten Staaten von Amerika. Ihre Nachfolger hatten mit dem Taxbauernhof kein Glück: in 60 Jahren wechselte er neunmal den Besitzer. Auch im 19. Jahrhundert war der Taxbauernhof immer wieder überschuldet und musste mehrfach verkauft werden. Erst 1911 kam der Hof zur Ruhe, als Ferdinand Berger, der Großvater des heutigen Altbauern, den Taxbauerhof erwarb.


Nachdem wir das Pfarrfeldstadel, einem Pongauer Heustadel, passiert haben, kommen wir zum Lärchenhaus. Auch wenn es im Freilichtmuseum im Pongau steht, stammt es aus dem Pinzgau. Im Jahr 1505 errichtet, zeigt es im Erdgeschoss eine geräumige Stube mit angrenzender Kammer der Eltern. In der 1615 eingebauten Rauchküche spielte sich damals ein Großteil des häuslichen Lebens ab. Hier wurde gekocht und abends Handwerksarbeiten erledigt, hier hielt man sich auf - und wenn man nachts nicht frieren wollte, auch geschlafen.
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