Städtereise Salzburg

Freilichtmuseum Salzburg - Flachgau

Wir beginnen unseren Rundgang mit den Gebäuden aus dem Flachgau. Sie nehmen den größten Teil des Freilichtmuseums ein und sind wie eine Streusiedlung angeordnet. Zwischen den Höfen befinden sich Kapellen und Bildstöcke, Teiche und Weiher, Wiesen und Waldstücke, Obstgärten und Getreidegärten. Zusammen mit den Kräuter- und Gemüsegärten und den für das jeweilige Gebäude typischen Zaun soll damit der Eindruck entstehen, als stünden die Bauten schon immer hier am Fuße des Unterbergs.

Wohnraum im Lohnergütl aus dem Flachgau (1666)
Zimmer im Lohnergütl

Als erstes kommen wir zum Lohnergütl. Der Hof stammt aus Oberndorf/Bichlhaiden und veranschaulicht die charakteristische Dreiteilung der Höfe des 17. Jahrhunderts in Wohn-, Tennen- und Stallteil. Um das Jahr 1900 wurden der Stall ummauert und die unteren Fenster vergrößert. Dass unsere Wohnqualität der reine Luxus ist, erkennt man im oberen Stock des Lohnergütl. Denn während die Küche und Stube durch den Ofen aufgewärmt wurden, sind die oberen Kammern unbeheizt. Während in der Tenne das Getreide gedroschen und die Heuernte eingelagert wurde, bot der kleine Stall zwei bis drei Kühen Platz. Weil dies nicht zum Leben reichte, erforderte der Hof schon damals einen handwerklichen Nebenbetrieb.

Riederstadel aus Feldkirchen/Aich (18., 19. Jahrhundert)
Wörndlhaus (Dorfkrämerei)

Wenige Meter weiter kommen wir zur Breitbauernhütte. Sie wurde im 18. Jahrhundert errichtet und ist ein charakteristisches Beispiel für die im Flachgau verbreiteten Speicherbauten. Kern des fensterlosen Gebäudes ist ein im Blockbau gezimmerter Getreidekasten. Dieser ist von einer in Ständerbauweise errichteten Hütte ummantelt. Durch diese Bauweise erzielte man eine im Winter frostfreie und im Sommer kühle Lagerung im Getreidekasten. Neben dem Saatgut und Mehl in Truhen wurden im Getreidekasten auch Wolle, Leder, Loden, Werkzeuge und sogar Urkunden, Geld und andere Wertgegenstände aufbewahrt. Im freien Raum der Hütte standen Fahrzeuge und Ackergeräte.

Brunnbauernkapelle aus Lamprechtshausen / Schwerting (1899)
im Wörndlhaus (Dorfkrämerei)
Dachboden mit Futterkrippe und Pflug m Hiertl-Wohnhaus

Neben den verschiedenen Höfen steht das Wörndl-Austraghaus zur Besichtigung offen. Es wurde 1825 erstmals erwähnt und diente den Altbauern und Dienstboten des Wörndlgutes als Wohnsitz. Als Besonderheit des Gebäudes erfahren wir vor Ort, dass dieses Austraghaus anders als üblich kein verkleinertes Abbild des Hauptgebäudes darstellt, sondern eine landwirtschaftliche Nutzung nie vorgesehen war. Der Bedarf der alten Leute an landwirtschaftlichen Produkten musste daher anderweitig gedeckt werden. Heute befindet sich in der Stube des Wörndl-Austraghauses eine Dorfkrämerei, dessen Inventar aus den 1930er Jahren stammt.

Bauernpeter-Wohnhaus aus Nußdorf/Waidach
Hiertl-Wohnhaus Dorfbeuern, 1836 und älter

Eine weitere Besonderheit für den Flachgau ist das Bauernpeter-Wohnhaus aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts (wohl 1572), dessen Vorhaus quer zum Dachfirst verläuft. Diese Bauweise wurde meist in Hanglage angewandt. Dadurch war es möglich, das Haus von der Bergseite eben zu betreten, während zur Haustür auf der Hangseite mehrere Stufen empor führten.

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© Lars Freudenthal