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Namibia Rundreise |
Gut erholt brechen wir am nächsten Morgen direkt nach dem Frühstück auf. Bereits wenige Meter außerhalb des Hotels wird uns das die Windhoeker Allgemeine Zeitung (Nachrichten von a bis z auf gut Deutsch) angeboten. Doch nein, wir wollen doch nur ein wenig die Umgebung des Hotels erkunden und dafür erst einmal sicher auf die andere Seite der Independence Avenue gelangen.


Über einen Parkplatz und die Peter Müller Straße kommen wir zur Christuskirche. Sie wurde von 1907 bis 1910 erbaut und ist das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Gemeinde, die Pastor Siebe 1896 für die Rheinische Mission gegründet hatte. Spätestens seit ihrer Renovierung im Jahr 1971 ist sie eines der schönsten Gebäude in Windhoek. Kein Wunder, dass sie mittlerweile zu den Nationaldenkmälern Namibias zählt. Leider ist sie geschlossen, weswegen wir direkt weiter zum Reiterdenkmal und der Alten Feste laufen.



Bemerkenswert finden wir, dass die Namibier die Denkmäler der Kolonialzeit erhalten. Vor allem, da die Gedenktafeln zwar die Opfer der Deutschen während der Aufstände nach Geschlecht und militärischen Rang genau aufzählen, von den Einheimischen aber kaum die Rede ist. So lesen wir auf der Tafel unterhalb des Reiters:
“Zum ehrenden Angedenken an die tapferen deutschen Krieger, welche für Kaiser und Reich zur Errettung und Erhaltung dieses Landes während des Herero- und Hottentotten-Aufstandes 1903 - 1907 und während der Kalahari-Expedition 1908 ihr Leben ließen. Zum ehrenden Gedenken auch an die deutschen Bürger, welche den Eingeborenen im Aufstand zum Opfer fielen.”


Nachdem wir einen Blick in den Vorraum der Alten Feste (sie ist heute ein Museum) werfen, laufen wir ein paar Meter zurück, wieder vorbei an der Christuskirche und durch den Park zum Tintenpalast, dem Regierungsgebäude. Seinen Namen erhielt das Gebäude übrigens, weil hier die Beamten offenbar sinnlos viel Tinte verschrieben. Auch wenn dies abwertend ist, so ist der Name mittlerweile so geläufig, dass sich darüber kaum noch ein Beamter aufregen wird. Von außen ist der Tintenpalast leider recht unansehnlich. So wird die ohnehin einfach gehaltene Architektur der Fassade durch etliche Klimaanlagen verschandelt.
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