Ganz in der Nähe der Parkverwaltung befindet sich ein Kriegerfriedhof. Nach der großen Schlacht am Wasserberg, welche den Aufstand der Herero 1904 beendete, wurden hier die gefallenen deutschen Soldaten beerdigt. Insgesamt sollen rund 800 Deutsche verwundet worden oder ums Leben gekommen sein.
Wie viele es auf Seite der Herero waren, ist unklar. Zum einen hatten die Missionare die Zahl der Eingeborenen stets zu hoch angegeben, um mehr Geld und Mittel für ihre Arbeit zu bekommen. Zum anderen gab es nach der Schlacht Mehrfachzählungen und Übertreibungen. Die Angaben schwanken daher zwischen 30 und 100 Tausend. Inzwischen geht man davon aus, dass es weniger als 30.000 waren - was aber immer noch eine verheerende Niederlage für das Volk bedeutete.
Auch sind die Gründe für den Aufstand nicht genau bekannt. Denn der Landeshauptmann der deutschen Schutztruppe, Major Theodor Leutwein, setzte auf Schutz- und Freundschaftsverträge und versuchte, bei allen Stämmen um Anerkennung für die deutsche Kolonialmacht zu werben. Ausdruck findet seine Gangart in der Aussage: “Nicht mit Blut und Eisen ... sollte Kolonialpolitik betrieben werden, sondern mit Verständnis für die gewordene Eigenart der vorgefundenen Bevölkerung.” So schützten die Verträge mit den Herero diese zum Beispiel vor Übergriffen der Nama und kämpften Deutsche und Herero 1894 und 1897 gemeinsam gegen die Hottentotten.
Allerdings übervorteilten betrügerische Händler die Herero und trieben sie in Schulden, Not und Armut und damit in die Abhängigkeit. Zudem gab es ungesühnte Tötungsdelikte von Weißen an Herero und machten Gerüchte über ungeklärte Todesfälle in Gefängnissen die Runde. Als 1897 die Rinderpest die Hälfte ihres Rinderbestandes vernichtete, verloren die Herero ihren Reichtum und Stolz. Zudem lief ihnen die Befreiung der durch sie versklavten Damara gegen den Strich. Als die Zeit für sie günstig zu sein schien, streuten die religiösen Führer das Gerücht, Leutwein sei im Kampf gegen einen Stamm der Hottentotten gefallen. Heute erinnert eine winzige Gedenktafel an die vielen gefallenen Herero.
Auf dem Rückweg zum Bus zeigt uns Sydney die Spuren von ein paar Pavianen im Sand. Später, auf der Fahrt nach Windhoek sehen wir dann tatsächlich auch mehrmals welche. Es ist allerdings nicht ganz einfach, sie zu fotografieren. Denn spätestens, wenn der Bus steht, wetzen sie los, um wenige Sekunden später verschwunden zu sein. Aber immerhin sehen wir endlich Affen in Afrika.