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Reisebericht Moskau |


Weiter geht es über den Kathedralenplatz zum Patriarchenpalast und der Zwölf-Apostel-Kirche. Auch hier sind wir erstaunlich alleine. Und doch müssen wir bedauern, dass eigentlich immer jemand in der Nähe ist, der aufpasst, dass wir nicht fotografieren. Denn für seine Zeit ist der große Saal des Patriarchen - er wurde 1655 fertiggestellt - ein architektonisches Meisterwerk der russischen Baukunst im 17. Jahrhundert. An die 300 Quadratmeter überspannt die freitragende Decke. Heute würde sich darüber niemand groß Gedanken machen. Damals aber war das eine klare Machtdemonstration des Patriarchen gegenüber dem weltlichen Herrscher. Über dem Saal befindet sich die Zwölf-Apostel-Kirche, in der persönliche Dinge des Patriarchen ausgestellt sind.


Als zweites kommen wir in die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale. Sie ist die größte der Kreml-Kathedralen und diente als Krönungsort sämtlicher Zaren. Wie das äußere der Kirche mit den fünf massiv vergoldeten Kuppeln beeindruckt auch die innere Gestaltung. So flutet das Sonnenlicht durch mehrere Turmfenster in das Gewölbe und den Unterbau der Kuppeln. Im Gegensatz zu den sonst meist engen, kleinen Kirchen finden wir uns hier in einem großen Saal mit Rundpfeilern wieder. Zugleich befinden wir uns in einem kleinen, aber bedeutenden Friedhof wieder. Denn bis zum 17. Jahrhundert wurden alle Oberhäupter der russisch-orthodoxen Kirche hier begraben.



Auf die Besichtigung der dritten Kirche, der Erzengel-Kathedrale, müssen wir leider eine ganze Weile warten. Grund ist ein russisch-orthodoxer Gottesdienst. Wie lange so etwas dauert? Tja, das lässt sich nicht so einfach sagen. So sehen wir den Gottesdienst zwar nach einem Abstecher zum Großen Kremlpalast inklusive einiger Ausführungen über das Leben in Moskau und den bescheidenen Sommer sowie dem Hinweis zu der kleinen, unscheinbaren Präsidententür an der Seite des Palastes bald beendet, bevor wir die Sarkophage und Ikonen der Erzengel-Kathedrale anschauen können, müssen aber zunächst alle während des Gottesdienstes benötigten Utensilien aus der Kirche geschafft werden. Und das sind eine ganz schöne Menge... soll heißen: wer kein Fan von Ikonen ist, für den lohnt das Warten kaum.


Weitere Infos zu den Kathedralen und dem Facettenpalast
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