|
Reisebericht Mauritius |


Im Domaine Les Pailles ist der Traum eines Zuckerbarons Wirklichkeit geworden. Er kaufte sich 1980 ein bis dahin unberührtes Tal südlich von Port Louis, um sich sein Paradies zu schaffen und ein Stück alte Zeit in die Moderne hineinzubauen. Umgeben von landschaftlich reizvollen Bergen hat er koloniale Gebäude und sogar eine alte Zuckermühle neu errichten lassen. Dazu wurden Spazierwege und ein Gewürzgarten angelegt, in dem zum Beispiel Thymian und Minze nach alter Methode ohne Einsatz von Gift oder Chemikalien angebaut werden.


Für Fußfaule dreht übrigens eine Schmalspurbahn ihre Runden durch den Park. Da das Gelände insgesamt nicht allzu weitläufig ist, kann man darauf getrost verzichten. So ist es vom offiziellen Eingang (es gibt mindestens einen Nebeneingang beim Gewürzgarten) bis zur Zuckermühle und damit zur Hauptattraktion nur ein kurzer Spaziergang.



Obwohl wir die einzigen Besucher sind, laufen die Angestellten sofort los, um einen Bullen zu der Mühle zu führen und dort einzuspannen. So, wie das sabbernde Vieh gemütlich seine Runden um das Mahlwerk dreht, wird das Zuckerrohr durch dasselbe gequetscht. Sekunden später tropft der wertvolle Saft aus dem Zuckerrohr in eine Rinne und wird von dort in die Siedetöpfe geleitet. Ein paar Verarbeitungsschritte weiter ist der Zucker (oder auch Rum) so gut wie fertig. Darauf wollen wir aber nicht warten, sondern setzen unseren Spaziergang fort, kommen an zwei kleinen Beeten mit Zuckerrohr vorbei und kehren allmählich zum Parkplatz zurück.


Ob man in Domaine Les Pailles tatsächlich einen kompletten Nachmittag verbringen kann, wie unser Reiseführer meint, können wir nicht bestätigen. Auch haben wir die Stallungen für die Pferde geschweige denn eine Kutsche bei unserem Besuch in der Nebensaison gesehen. Zwischen der Mühle und dem Parkplatz aber laden in hübschen, kolonial anmutenden Pavillons zumindest mehrere Restaurants mit indischer, chinesischer, italienischer und französischer Küche zum Mittag ein. Da die Preise - wie eigentlich überall auf Mauritius - erschwinglich sind, nehmen wir das Angebot doch gerne an.
|
|