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Menara-Gärten

Nachdem wir am ersten Abend in Marrakesch im Hotel bzw. am Hotelpool geblieben sind, holt uns Abdul am nächsten Morgen gut erholt ab. Bevor es losgeht, müssen wir noch ein paar wenige Minuten warten. Dann aber kommt auch der örtliche Reiseleiter, Hamit, und können wir starten.

Zugang in die Menara-Gärten warten auf die Touristen

Unsere erste Station sind die Menara-Gärten aus dem 12. Jahrhundert. So wie wir das Auto und Abdul verlassen haben, greift sich Hamit an den Kopf. “Oh, ein Bier gestern Abend war nicht gut”, meint er und erklärt, dass er auf einer Geburtstagsfeier war. Nun gut, das ist wohl sein Problem. Während unser Reiseführer als einzige Sehenswürdigkeit ein Palais aus der Zeit der Almohaden nennt, weiß uns Hamit (auch mit schwerem Kopf) aber dafür ein paar Geschichten über den Teich vor dem Palais zu erzählen.

Palast am Schwimmbassin hier stehen Palmen und Oliven nebeneinander

Eigentlich ist es ein großes Schwimmbassin, zu dem uns Hamit führt. Denn weil die Marrokaner bis nach Andalusien vorstießen und dies nur mit Booten möglich war, mussten die Soldaten hier für den Fall eines Schiffsunglücks schwimmen lernen. Das ist für jeden gut nachvollziehbar. Weit interessanter sind jedoch die Karpfen in dem großen Becken.
So soll einer der Sultane (den Namen konnte ich mir leider nicht merken) jede Nacht eine Jungfrau zu sich ins Palais genommen haben. Weil sie danach von keinem Menschen mehr gesehen wurden, entstand das Gerücht, der Sultan hätte die jungen Frauen in den Teich geworfen und dort ertrinken lassen. Hamit: “Das Sage nach glaubt man, dass die Seelen der Jungfrauen heute in den Karpfen weiterleben. Deshalb werden sie nicht gefangen.”

Oliven im Menara-Garten Seele einer Jungfrau?

Im hinteren Bereich des Bassins kommen wir zu einer Tribüne. Davor, im Wasser, befinden sich einige Holzstege. “Hier fand bis 2007 die Licht- und Ton-Show ‘Al Menara’ statt”, erklärt Hamit. “Weil die Gärten und das Palais zum Weltkulturerbe zählen und die Unesco damit gedroht hat, den Status abzuerkennen, verzichtet man jetzt auf die Show.”

Weitere Infos zu den Menara-Gärten

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© Lars Freudenthal

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