Nicht ganz so einladend wie die versteckten Restaurants sehen die Karawansereien in der Medina aus. Übernachteten hier einst Anführer großer Wüstenkarawanen während ihrer Handelsgeschäfte, befinden sich heute viele der alten Herbergen in einem jämmerlichen Zustand. Wenn wir Mohammed richtig verstanden haben, sind es an die 60 Stück in der Altstadt - und das obwohl die Karawanen früher nur zweimal im Jahr nach Fès kamen. Vier Monate waren sie jeweils unterwegs, um Steinsalz und Gold, aber auch Sklaven gegen Waren einzutauschen, die in der Wüste fehlen.
Gar nicht einladend gar wirken die vielen gewaltigen Türen, die wir in den Gassen immer wieder vorfinden. Als häufiges Motiv sehen wir ein Zeichen, welches die Hände der Fatima darstellen soll. Wie das Horus-Auge bei den Ägyptern soll Fatima das Haus und seine Bewohner vor Dschinns, bösen Geistern, schützen. Nun gut, da wollen wir lieber nicht stören...
Als sich die Gassen wieder zu einem Platz öffnen, hören wir lautes Hämmern. Unermüdlich saust ein hölzerner Hammer auf ein Stück Blech herab, dröhnen die Schläge eines jungen Mannes zu uns herüber. So etwas wie Gehörschutz kennt man hier offenhörlich nicht. Die Kessel, die hier bearbeitet werden, sind dafür untrennbar mit dem Platz verbunden. “Das hier ist der Platz der Kesselmacher und Kesselflicker”, gibt Mohammed die logische Erklärung. Ein Beruf, der Dank der Tradition gute Chancen hat, noch einige Jahrzehnte zu bestehen. Denn die riesigen Kupferkessel und Bottiche, die hier bearbeitet werden, werden in Marokko gerne bei großen Festen und Hochzeiten verwendet.