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In der Nähe des Friedhofs starten wir unseren ersten Spaziergang: auf den Spuren von Fernando Pessoa. Immerhin ist er Portugals bedeutendster Dichter des 20. Jahrhunderts, der genug Ideen hatte, um unter vier Pseudonymen zu schreiben. Wohl gemerkt, nicht zu veröffentlichen. Denn die meisten seiner Werke erschienen erst nach seinem Tode. Grund genug, nicht Lyriker zu werden. Zugleich hat er aber auch selber schuld gehabt. Denn viele Gedichte hatte er in einer Truhe in seinem Haus versteckt.

Hier lebte Fernando Pessoa. Fassadensanierer gesucht! mal gucken, was so gibt

Als erste Station kommen wir in der Rua Coelho da Rocha zum  Casa-Museu Fernando Pessoa. Hier hat Pessoa seine letzten 15 Jahre gelebt und war noch damit beschäftigt, die Herausgabe seines Gesamtwerks vorzubereiten. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Stattdessen schaut heute eine Pappfigur aus dem Fenster herab auf die Passanten.

Für einen Museumsbesuch ist das Wetter zu schön. Da laufen wir doch lieber über die Rua da Estrela und Rua de San Jorge in Richtung Bairro Alto, einem einst beliebten Stadtteil für Reiche und Adlige. Dabei kommen wir durch den nördlichen Teil des Viertels, wo zumeist einfache Familien leben. Leider ist es ihnen oft nicht möglich, die für Lissabon typischen Kacheln an den Wänden zu erhalten. Dadurch verliert das Viertel für Spaziergänger leider seinen Reiz, weshalb wir den im Reiseführer beschriebenen Spazierweg etwa auf der Hälfte verlassen.

Kacheln als typische Wandverkleidung
in der Altstadt schmale Gasse im Bairro Alto

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© Lars Freudenthal