Reisebericht Kapverden - Santiago

Wanderung von Tarrafal zum Leuchtturm, Monte Graciosa

Halbwüste auf Santiago
Weg zwischen Leuchtturm und Ziegengehege

Was heißt hier Rückweg? Nachdem wir vom Leuchtturm zurück auf das Plateau gekraxelt sind, schlägt Kiki den Weg Richtung Norden ein. Schließlich hatten wir ja in Calheta vereinbart, dass er uns um den Monte Graciosa herum führen soll. Wobei ich denke, man könnte genauso gut oben drüber laufen, da auch der Weg um den Berg einige Steigungen mit sich bringt. So aber eröffnen sich uns nach der nächsten Biegung erst einmal neue Ausblicke über die Landschaft Santiagos und haben wir bald eine gute Sicht auf ein kleineres Plateau, das an den Rändern schräg zu einem Trockental und zum Meer hin abfällt.

Plateau nördlich vom Monte Graciosa
zwei Rinder

Für uns unverständlich ist, dass es in dieser Halbwüste Menschen gibt, die hier arbeiten und Rinder halten. Wovon leben die? Auf dem verdorrten Boden wächst kaum ein Halm, den das Vieh fressen könnte - dafür aber kratziges Zeug, was sich an unseren Wandersocken verhakt. Da auch die Samen der Pflanzen Haken oder Dornen mit Widerhaken haben, sammeln wir diese quasi im Vorübergehen ein. Nur gut, dass dorniges Gestrüpp und Kraut nicht unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fällt.

Blick zum nördlichen Ende Santiagos
Wasserstelle, zu der Affen kommen.

Was wir nicht erwartet hatten: nördlich des Monte Graciosas befinden sich zwei Wasserlöcher, in denen Entengrütze schwimmt. Später erfahren wir, dass sich hier ab und zu Affen aufhalten. Weil diese aber von den Einwohnern gejagt und verkauft (oder gegessen) werden, ist es wohl besser, wenn sie sich versteckt halten. Denn ihre Population ist garantiert vom Aussterben bedroht.

Annette freut sich schon auf das Ende der Wanderung
unerwarteter Tümpel am Monte Graciosa
es geht wieder aufwärts

Beim zweiten Wasserloch stehen wir vor einem Problem: Kiki findet den Weg nicht mehr, den er sonst immer eingeschlagen hat. Nun gut, die grobe Richtung ist ja kaum zu verfehlen und mit ein wenig Glück kommen wir, an einem Rind vorbei, wieder auf den richtigen Weg. Ja das Rind sollte etwas mehr beachtet werden. Denn leider dreht es sich so ungeschickt, als ich es passiere, dass es Annette den Weg am Wasser versperrt. Wahrscheinlich würde es ihr ja ausweichen. Um nicht ins grünschlammige Wasser zu purzeln, nimmt Annette jedoch einen Umweg zwischen dem nächsten Baum und dornigen Gestrüpp.

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© Lars Freudenthal