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Reisebericht Kapverden - Wüsteninsel Sal |
Strandspargel, so einfach haben die Menschen die Hauptstadt von Sal benannt. Der Grund ist auf der Insel leicht zu finden, sprießt er doch an vielen Stellen aus dem Sand heraus. Ohne Blätter und ohne irgendwelches Grün ernährt sich der Strandspargel von Pflanzenresten und Wurzeln. Auf Sal reicht das aus, um der größten Stadt ihren Namen zu geben. Wir hingegen können uns nur schwer vorstellen, in einer Stadt wie Radieschen, Blumenkohl oder Petersilie zu leben.


Da es außer dem Namen eigentlich nichts Interessantes in oder über Espargos gibt und wir weder die Banken oder Supermärkte noch die Tankstelle benötigen, stellt sich uns am Abend die Frage, was tun? Die ganze Zeit im Hotel Santos herumhängen, dessen Panoramarestaurant geschlossen ist, hat ja nicht das, was man sich für den letzten Abend einer Reise wünscht. Also ziehen wir los und suchen ein Restaurant.


Nach etwas Herumirren in Richtung Kirche bzw. Tankstelle kehren wir kurz vor Sichtweite eines kleinen Restaurants um. Auf dem Weg zurück ins Hotel stellen wir um 19:02 Uhr fest, dass die Läden und Supermärkte um 19 Uhr schließen. Zum Glück aber entdecken wir genau gegenüber unseres Hotels ein kleines Restaurant, das sich hinter einem großen Baum verbirgt. Auf einer Tafel stehen die Gerichte des Tages mit Kreide angeschrieben. Leider können wir außer ‘Hamburger’ nichts verstehen und finden auch keine Bedienung.


”Sie ist in der Küche”, erklären uns zwei Engländerinnen. Genau genommen sind es zwei: die eine ist fernsehsoapsüchtig und hat kein Problem, sich zu Gästen zu setzen, um ihre Serien schauen zu können. Und die andere ist auch nicht so begeistert vom Arbeiten. Wir haben Glück, dass wir etwas zu Trinken bekommen. Es gibt zwar weder die ausgestellte Sprite, Cola oder Fanta, dafür aber eine kapverdische Limo, die ganz gut schmeckt. Das Essen wird frisch zubereitet, was eine ganze Weile dauert. Allerdings ist es kein Vergleich zu der Wartezeit eines Mannes, der nach uns kommt und schier am Verzweifeln ist, bis er sein Bier und, lange danach, sein Essen bekommt. Der Hammer aber ist, als die zwei Engländerinnen gehen und die Bedienung, kaum dass sie um die Ecke sind, ein stark genervtes Gesicht hinzieht. Wir haben sehr gut gegessen und jede Menge Spaß gehabt!
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