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Schon seit Jahren sind bei uns Zitrusfrüchte stetig auf dem Vormarsch. Je exotischer eine Frucht aussieht und je verwegener ihr Name klingt, desto begehrter (und damit auch teurer) wird sie in den Augen des Verbrauchers. Die bei uns heimischen Obstsorten wie Äpfel und Birnen verlieren dadurch zwangsläufig Marktanteile. Paradox erscheint dabei, dass auch der Apfelbaum erst bei uns eingeführt werden musste, eh er bei uns heimisch werden konnte.

Apfelbäume Zum Reinbeißen lecker!

Doch auch heute noch haben Äpfel nichts von all dem verloren, was sie über zwei Jahrtausende zum beliebtesten Obst gemacht hat: "An apple a day, keeps the doctor away." (ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern) beschreibt ein englisches Sprichwort die gesundheitliche Bedeutung des Apfels. Vor allem das in den Ballaststoffen enthaltene Pektin wirkt sich günstig für die Verdauung aus. Es kann das hundertfache seines Eigengewichtes an Wasser binden und reinigt so den Darm von giftigen Zersetzungsprodukten und Schwermetallen. Außerdem ist Pektin in der Lage, den Cholesterinspiegel zu senken.

Apfelbaum kurz vor der Ernte.

Von den Spurenelementen ist besonders das Kalium in größeren Mengen enthalten. Im Körper erfüllt das Mineral wichtige Aufgaben im Nerven- und Muskelstoffwechsel sowie im Wasserhaushalt. Aber auch das Vitamin C, das sogenannte "Anti-Erkältungs-Vitamin", ist in Äpfeln reichlich enthalten. Es variiert jedoch in Abhängigkeit von der Sorte sowie den örtlichen Witterungsverhältnissen.

Den höchsten Gehalt an Vitamin C besitzt der "weiße Klarapfel". Nachteil des Klarapfels ist allerdings seine geringe Lagerfähigkeit. "Ein Klarapfel muss sofort verarbeitet werden. Sonst wird er mehlig und schmeckt nicht mehr. Dabei ist der Klarapfel in seiner milden Säure und seinem feinen Aroma unübertroffen." Hans-Jürgen Bannasch muss es wissen. Im Eschbacher Tal nahe Waldshut hat er zusammen mit dem BUND einen Obstbaumlehrpfad sowohl traditioneller als auch neuer Sorten angelegt. Wer einen Klarapfel im Garten stehen hat, empfiehlt Bannasch: "Was nicht sofort gegessen wird, lässt sich sehr gut zu Mus verarbeiten. Oder aber in kleine Scheibchen schneiden und für einen späteren Apfelkuchen einfrieren."

Hans-Jürgen Bannasch schwört auf die Vitamine des Apfels. Zum Reinbeißen - Äpfel sind das beliebteste Obst in Deutschland Pektin und Vitamine machen unser Obst so wertvoll

Wer seine Äpfel lieber ohne viel Arbeit als Tafelobst verzehrt, dem bietet sich der Boskoop an. "Einen Boskoop können sie, richtig gelagert, über Monate hinweg frisch halten." Manko vieler alter Sorten ist das nicht so schöne Aussehen: "Sobald ein Apfel ein wenig Schorf oder eine kleine Stelle hat, wird er liegen gelassen", weiß Obstbauer Josef Ebner zu berichten. Zu seinem Betrieb gehören an die 100 Bäume. Weil diese nicht behandelt werden, eignen sich die Früchte jedoch nur als Mostobst. "Wir haben vor drei Jahren 11.000 Liter Most hergestellt. Tafelobst bieten wir keines an." Dabei gilt gerade bei Obst: "Ein wurmiger Apfel ist ein gesunder Apfel."

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© Lars Freudenthal