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Advent in Dresden |
Der Neumarkt überrascht uns mit einem Biedermeier Weihnachtsmarkt. Die einzelnen Stände sind schöner angeordnet und liebevoller gestaltet als auf dem größeren Striezelmarkt. Mit der Dresdner Frauenkirche im Hintergrund ergibt dies bereits ein schönes Bild für die Marktbesucher. Es ist die Liebe zum Detail, die das Bild perfekt macht: ganz gleich, in welchen Stand wir schauen, überall tragen die Verkäufer historische Kleider, Arbeitstrachten und Gewänder. Zusammen mit der oft rustikalen Ausstattung der Stände, den Fässern, Kesseln und Krügen vermittelt der Biedermeier Weihnachtsmarkt ein Gefühl von Gemütlichkeit. Da gönnen wir uns doch gerne einen Glühwein.


Aber was heißt hier, einen Glühwein? Hier gibt eine Fülle verschiedener Glühweine zu entdecken. Wir stehen vor der Qual der Wahl: soll es ein klassischer Glühwein sein, einer mit Kirsche oder einer mit Brombeere? Gönnen wir uns einen weißen oder einen roten Gewürzwein? Soll es mit Amaretto oder Rum sein? Sehr schmackhaft sind ja auch der Holunderblüten-Glühwein und der Glühwein mit Schwarzer Johannisbeere.



Nimmt man jetzt noch die Feuerzangenbowle, einen Krug Met oder einen Punsch aus Apfelsaft mit Holunderbeeren, Kirsche und noch ein paar mehr Säften hinzu, ergibt sich eine Fülle an Möglichkeiten, die einer allein nicht bewältigen kann. So sind wir doch froh, dass wir zu dritt unterwegs sind und mehrere Sachen zugleich kosten können.
Apropos Kosten - neben der Wirkung vom Alkohol sollte man in Dresden auf gar keinen Fall die Nebenkosten für das Pfand unterschätzen. Denn seit die Papp- und Plastikbecher verpönt sind, gibt es eine zweite Qual der Wahl: einen billigen Becher für zwei Euro oder einen speziell für den 575. Striezelmarkt hergestellten für drei Euro?



Richtig happig wird es bei den handwerklichen Krügen des Historischen Marktes: ganze fünf Euro wird dort pro ausgegebenem Krug als Pfand berechnet. Was allerdings auch einen Vorteil in sich birgt. Denn genauso viel kostet das Vierer-Kurzfahrstreckenticket für Straßenbahn und Bus. Somit garantiert das Pfandgeld am beschwipsten Ende der Genusstour doch zumindest eine sichere Rückkehr ins Hotel. Na dann: Zum Wohl!


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