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Vom Winde verweht |
In der Nacht stürmt es. Nun gut, was heißt Sturm? Ein Orkan trifft auf die Berge im Nordwesten Costa Ricas. Von dem Lärm wachen wir nachts mehrmals auf, denken uns aber nichts Schlimmes dabei, sondern halten das für den ganz normalen Bergwind, der hier nun einmal bläst. Dass auch der Strom ausfällt, ist für uns auch nicht weiter tragisch. Erst als wir nach dem Frühstück (mit Gas sind Rührei und gerösteter Toast zum Glück auch ohne Strom möglich) aufbrechen, sehen wir das Ausmaß der Verwüstung.


Nachdem wir auf der Hotelzufahrt mehreren gebrochenen Bäumen ausweichen müssen, bedauern wir als nächstes auf der Straße zum Nationalpark einen im Winter scheinbar leblosen Baum. Einen Tag zuvor konnten wir noch auf beiden Seiten um ihn herumfahren. Jetzt liegt er auf der Seite und stellt endgültig klar: das war alles andere als der normale Wind. Da es in der Ferne immer noch regnet, sehen wir dafür jedoch immer wieder wunderschöne Regenbögen.


Im Nationalpark angekommen, müssen wir diesmal unsere Namen eintragen und sollen uns nach der Wanderung wieder am Posten melden. An eine Tour hoch auf den Vulkan ist nicht zu denken. Meine Frage, ob es möglich sei, zu den beiden Wasserfällen zu gehen, bejaht der junge Mann in der Station jedoch. Ein Irrtum, wie sich später herausstellt.



Das erste Stück des Weges, eine Koppel, aber lässt sich leicht überwinden. Es windet zwar immer noch, durch unsere Jacken sind wir jedoch gut geschützt - und dann auch schon wieder im Wald. Unser erstes Ziel des Tages ist ein natürliches Schwimmbecken im Río Blanco. Normalerweise soll man hier Badesachen mitnehmen. Ha! Erstmal hinkommen, führt doch eine lange Treppe hinunter zur Wasserstelle, auf der uns zwei große Äste den Weg versperren. Mal abgesehen davon, dass sich der Río Blanco in der Nacht zu einem reißenden Gebirgsfluss entwickelt hat.
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