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Als wir am nächsten Morgen zum Poas Vulkan aufbrechen, nieselt es etwas. Aber gut, solange es nicht schlimmer wird, sind wir gefeit! Da wir die ersten sind, die in den Minibus einsteigen, haben wir freie Sitzwahl, müssen dafür aber eine Weile warten, bis alle da sind. Dann endlich geht es los und erstmal raus auf dem Zentrum San Joses. Juhu!

im Verkaufsraum der Kaffeeplantage Kaffeeplantage nahe des Poas

Nachdem wir Alajuela, die Geburtsstadt des Nationalhelden Juan Santamaria, durchquert haben, halten wir bei einer der vielen Kaffeeplantagen im Zentraltal. Immer noch regnet es, lässt sich aber noch ertragen. Am Rande der Plantage gibt es eine kleine Kostprobe. Aber keinen Kaffee, wie wir ihn kennen, sondern die rohe Kaffeebohne. Sie gilt es von dem äußeren Fruchtfleisch zu befreien und dann als weiße, glibberige Masse mit Kern zu lutschen. Der Geschmack ähnelt einer Erbse und hat nichts mit dem typischen Kaffeegeschmack gemein. Den gibt es dafür im kleinen Laden der Plantage.

so sieht Kaffee aus so hätten wir den Krater des Poas Vulkans sehen wollen

Doch genug der Brühe, wir wollen den Poas Vulkan sehen und also geht es bald weiter bergauf. Und das mehr als 1.000 Meter ab Alajuela. Genau 2.704 Meter erhebt sich der Vulkan in die Höhe. Während an den unteren Hängen Kaffee angebaut wird, wächst oben ein dichter Regenwald. Zum Glück kommen wir in der Trockenzeit (von Dezember bis März) beim Poas an. Damit und auch, weil unsere Reiseleiterin bemerkt, dass wir eine ganze Weile am Vulkan verbringen werden, sollte unsere Chance, den Kratersee zu sehen, recht gut sein.

Kaffeeplantage mit wenigen Schattenbäumen Annette probiert eine Kaffeebohne Regen, Regen, nichts als Regen.

Denkste! Tatsächlich empfängt uns ein Regenschauer, wie ich noch nie zuvor erlebt habe. Ein paar Minuten im Museum des Nationalparks auszuharren, erweist sich als vergeblich. Es haut einfach immer nur sintflutartig runter. Als wir uns dann auf dem Weg machen, braucht die Poas-Dusche nur wenige Augenblicke, bis die Hose durchnässt ist. Immerhin lässt sich der Weg gut erkennen: einfach den Bächen entgegen laufen...

Der Weg ist wie freigespült. rette sich, wer kann!

Am Rand des Kraters angekommen, blicken wir hinab in eine weiße Wand. Gerne würde ich dies ja Fotografieren. Genauso wie den vergeblichen Versuch anderer, unter einer Aussichtsplattform Schutz zu suchen. Doch es ist das erste Mal, dass ich es nicht einmal wage, die Kamera aus der Tasche zu holen. Erst später erfahren wir, dass anscheinend nur 10 von 1.000 Besuchern freie Sicht auf den Vulkan haben. Für jeden, der einen Säuresee in einem der weltweit größten Krater sehen will, kann dies jedoch nur ein schwacher Trost sein.

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© Lars Freudenthal