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Eigentlich hatten wir ja eine Rundreise entlang der türkischen Südküste gebucht und uns auch schon darauf vorbereitet. Leider aber musste Berge & Meer die Reise mangels Anmeldungen zwei Tage vor Fristablauf absagen und bot uns als Alternative eine Rundreise durch Kappadokien an, inklusive zusätzlichem Rabatt von drei Prozent. Aber Kappadokien? Da waren wir doch erst ein Jahr zuvor mit demselben Veranstalter unterwegs. Was also tun? Flugs die Internetseiten von B&M durchstöbert, einige schöne (jedoch ausgebuchte) Alternativen gefunden und nach schweißtreibenden Momenten mit einer “Blauen Reise” doch noch etwas Verheißungsvolles gefunden und gebucht.
Doch was ist das? Nach einer weiteren Internetrecherche waren wir zunächst ein wenig geschockt, weil wir immer wieder auf Berichte von Booten voller Kakerlaken, Kabinen ohne gescheitem Klo und Dusche, schlechtes Essen, die Pest an Bord... stießen. So wollten wir unseren Urlaub sicher nicht verbringen, trauten Berge & Meer dann aber doch zu, für uns ein ordentliches “Gulet” zu chartern. Nach etwas Diskussion mit dem Callcenter wegen dem angeblich bei diesem Angebot nicht möglichen Zug zum Flug brachen wir dann Anfang August mit Pegasus in Frankfurt Richtung Antalya auf.

Ausflugsboote Ausflugsboot

Leider sind wir erst am späten Nachmittag abgeflogen und kamen erst nachts in Antalya an. Nach einer diesmal raschen Einreise wurden wir zu unserem Bus geschickt, an ein paar Hotels vorbei gekarrt, bei denen Rundreisegäste abgeladen wurden, und fuhren schließlich mit noch einem anderen Paar zum Setur Marina, dem großen Hafen weit außerhalb von Antalya. Als wir dort ankamen, war es schon halb zwei in der Nacht und Annette fühlte sich bei ihrem eh schon unguten Gefühl erst recht nicht mehr wohl. Zu finster und und industriellen wirkte der Setur Marina. Irgendwo wurde Kies abgeladen und von weither lärmte eine Disco über den Hafen.

Glückliche Ankunft

Endlich hielt der Bus vor der Atlantis, unserem Gulet und trotz der Dunkelheit konnten wir unsere schlimmen Befürchtungen beruhigen, sah das Schiff doch weit besser aus als wir es erwartet hatten. Die Koffer nahm uns ein Schiffsjunge ab, der sie aufs Boot schleppte (der Arme!!!) und über einen Steg gelangten auch wir aufs Boot.
Am Deck angekommen, landeten wir sogleich auf einer gemütlichen Liegefläche aus großen, mit weißem Segeltuch bezogenen und sehr sauberen Matratzen. Hier fühlten wir uns schon wohler, genossen unseren leckeren Willkommensdrink und ließen uns von der Reiseveranstalterin über die Fahrt, das Boot und die Regeln aufklären.

Mit schweren Augen und müden Beinen wollten wir nur noch schlafen. Also verschwanden wir erstmal in “unserer” Kajüte. Der Raum unter Deck war zwar klein und die Luft stickig, aber ansonsten war die Kabine wunderschön und: sauber! Ohne Lust, jetzt noch Koffer zu verstauen, verteilten wir alles auf dem Bett, schnappten uns die beiden Kissen und Leintücher und gingen wieder an Deck.
Leider waren die anderen schon tagsüber angekommen und hatten sich zum Schlafen großzügig über das gesamte Deck verteilt. Schließlich fanden aber wir doch noch zwei gemütliche Matratzen - auch diese waren mit weißem Segeltuch bezogen - und legten uns einfach zwischen die anderen. Bald schon schlummerten wir ein, ein wenig gestört von dem Baulärm im Hafen, den schweren Technoklängen der Disco und dem Geschnarche neben uns. Aber unter so schönem freien Himmel und so müde wie wir waren, konnte uns das kaum stören.

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