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Karawanserei Sultan Han

Karawanserei Sultan Han - Portal
Karawanserei - Eingänge zu den Innenräumen
Karawanserei - Fledermausquartier - Halle

Bevor wir mit Sultan Han unser zweites Ziel ansteuerten, lernten wir bei der Weiterfahrt durch das Taurusgebirge den Geschmack von 24 Karat kennen.
Nein, Erkin fand bei einem Straßenhändler (Hülsen-) Früchte des Johannisbrotbaumes, dessen Samen (Karat genannt) früher zum Wiegen von Gold und Edelsteinen benutzt wurde. Die Hülsenfrüchte sind essbar, schmecken leicht süßlichmehlig und wirken angeblich aphrodisierend, weshalb vor allem die Männer kräftig zulangen sollten. Ob es wirkt, konnten wir nach zwei kleinen Bissen nicht feststellen, aber lustig war’s allemal, zumal ein paar unserer Gruppe die (edelsteinharten) Samen zu verbeißen versuchten.

Karawanserei - Gebetsgebäude Mescit

42 Kilometer vor Aksaray erreichten wir den Ort Sultan Han mit der gleichnamigen Karawanserei, dem Motel der früheren Kamelkarawanen. 42 Kilometer bedeutet, dass wir damals nach  Sultan Han noch eine weitere Karawanserei auf dem Weg nach Aksaray aufgesucht hätten, weil die Karawansereien im Abstand von höchstens einer Tagesreise entlang der Karawanenstraßen errichtet wurden, und das waren damals 30 km.
Wie die Esrefoglu Moschee wurde Sultan Han ebenfalls im 13. Jh. von den Selcuken als Stiftung des Sultans Alaeddin Keykubat I. erbaut, war bis zu ihrer Restaurierung im Jahr 1975 allerdings sehr verfallen und diente in jüngeren Zeiten als Filmkulisse.
Sehr positiv: wer sich zur Zeit der Seldschuken bzw. der Osmanen als Händler in einer Karawanserei aufhielt, brauchte für die ersten drei Tage nichts zu zahlen. Ausgerüstet mit einem Bad (hamam), Krankenhaus (darüssifa), Arzneien, Betten und Geschirr sowie dem obligatorischen Gebetsquader (mescit) war Sultan Han dabei nicht nur die größte der Karawansereien, sondern außerdem das 5*****Kamelmotel, in welchem jedem nachts Ankommenden eine warme Speise verabreicht wurde.

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© Lars Freudenthal

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