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Als wir zu unserer Suite zurückkommen, hinterlassen wir deutliche Spuren auf dem staubigen Parkett. Auch im Zimmer glänzt nicht mehr alles so schön wie noch bei unserer Ankunft. Schon denke ich mir, nun gut, so schlimm wird es schon nicht sein. Als ich unser Zimmer allerdings “eine Perle mitten in einer Baustelle” nenne, bricht Annette in Tränen aus...
Eine halbe Stunde später - Annette saß derweil in der Nähe des Pools und erklärt einem Angestellten, der nach ihrem Leid fragt, dass sie auf ihrer Hochzeitsreise in einem kaputten Hotel untergebracht wurde - bekomme ich vom Hotelmanager ein anderes Zimmer gezeigt. Dieses befindet sich in der Nähe der Lobby, ist keine Suite, aber dafür sauber und fern jedes Baulärms.

Als wir das zweite Mal aufbrechen, finden wir auch endlich einen Platz am Pool. Die Liegen werden hier - auch ohne Trinkgeld - vom Personal zurechtgerückt und mit Handtüchern belegt. Etwas zu Trinken bestellen, ist auch kein Problem, weil alles einfach aufs Zimmer geschrieben wird.
Der Pool selbst befindet sich zwischen Terrasse und dem größten der Restaurants, das Wasser ist angenehm kühl und erfrischend. Nachdem wir den Frust der “Suite” abgespült haben, gilt es auch schon, das Abendessen zu planen. Das Hotel bietet zwar mit mehreren Bars, einem Strandhotel und dem großen Speisesaal reichlich Möglichkeiten, wir aber wollen nicht die 5-*-Preise zahlen und entschließen, außerhalb des Hotels essen zu gehen.

Annette im Strandrestaurant
Hotel Mountlavinia - nachts

Beim Aufbruch ist es uns kaum möglich, an ein Tuc Tuc zu kommen. Zu aufdringlich sind die paar Geschäftsinhaber in der Nähe des Mount Lavinia, und auch die Taxifahrer bieten uns einer nach dem anderen ihre Dienste an. Nach fünfzig Meter sind wir bei den Geschäften und Taxis vorbei und geben unsere Ausrede, nur Spazieren gehen zu wollen, auf, um uns von dem nächsten Threewheeler zu einem Restaurant in der Nähe des Hotels, aber mit günstiger und möglichst singhalesischer Küche bringen zu lassen.
Tatsächlich bringt uns der junge Singhalese zu einem Strandrestaurant, welches wir auch schon von der Hotelterrasse aus sehen konnten. Die Preise sind zwar ohne Bedienungspauschale und Steuern ausgezeichnet, aber dennoch so günstig, dass wir uns neben einem reichhaltigen Fischmenü auch noch eine Kalorienbombe als Nachtisch leisten. Ganz nebenbei können wir außerdem den Blick auf den indischen Ozean genießen, in welchem rotgold die Sonne im Meer versinkt...

Am nächsten Morgen werden wir Zeuge einer sri lankischen Hochzeit. Die Braut grinst ein wenig gequält, ihre Braujungfern wirken genervt. Aber wer will es ihnen verdenken? Im Mount Lavinia zu heiraten gilt zwar als schick - auf unserem Rundgang durch das Hotel haben wir mehrere große Säle entdeckt, die wie der Saal im Film “Titanic” wirken -, aber während der Hochzeitsaufnahmen muss sich die Braut mehrmals umziehen, da die Bilder einmal in weiß, einmal in beige, einmal in Gold... aufgenommen werden. Auch wir werden gefragt, ob wir mal heiraten wollen, aber das Kapitel hatten wir ja schon vor unserer Hochzeitsreise.

Hotel Mountlavinia - Hochzeit von der Stange

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