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Stadtrundfahrt - Aberdeen

Buntes Dschunke im Taifunschutzhafen

Eine touristische Attraktion und gleichzeitig ein großes Problem für Hongkong stellten lange Zeit die Wohndschunken der Bootsleute dar.
Als der hygienische Kollaps drohte, startete die Regierung ein Wohnbauprogramm, um die Zahl der Dschunken zu reduzieren und außerdem weiterhin Landgewinnung betreiben zu können.
Das Problem: Bootsleute verlassen ihr Zuhause höchstens, um auf den nahen Märkten Handel zu treiben, interessieren sich ansonsten aber kaum für das hektische Treiben der Stadt.
Erst mit Einführung der allgemeinen Schulpflicht Ende der siebziger Jahre kam die Wende, weil  viele Kinder der Bootsleute hierdurch erstmals mit den Reizen (Gameboy, Kino, Mc Doof) und Annehmlichkeiten (warmes Wasser, Toilettenpapier, Mc Doof) der zivilisierten Gesellschaft konfrontiert wurden.

Annette und Lars auf Sampan-Rundfahrt

Das ehemalige Fischerdorf Aberdeen ist mittlerweile zu einer großen Satellitenstadt mutiert. Und doch, auch heute befinden sich noch einige Wohndschunken im Hafen, die  bei einer Sampan-Rundfahrt Einblick in das Leben der Bootsleute geben. Dem Tourismus wird es wohl zu verdanken sein, dass sie nicht der Landgewinnung weichen müssen.

Der Markt von Aberdeen schließlich lädt zum Bummeln und Stöbern ein, obwohl: abgesehen von den Postkarten, China-Namenskarten und Buddhas bekommt man so ziemlich alles ebenso gut auch auf jeden anderen Tourimarkt.

Mit der Inklusivstadtrundfahrt kamen wir zum ersten Mal auf den Victoria Peak, der nobelsten Gegend von Hongkong-Island.
Den empfohlenen Schutzmaßnahmen gehorchend, trugen wir hier brav unseren Mundschutz. Und zwar allesamt, weil erstmal ein Gruppenfoto geschossen werden sollte.
Eigentlich Schade, dass das Foto nichts geworden ist )-:
“Vom Victoria Peak hat man den besten Überblick über Hongkong” wie im Baedeker nachzulesen ist.
Leider gilt dies nicht bei diesigem Wetter und Sicht von unter 500 Meter, weshalb unser erster Ausflug auf den Peak sehr kurz ausfiel.

Drachenhaus dank Feng shui - Wind-Wasser

Aller zivilisierter Weltoffenheit zum Trotze, in Hongkong herrscht bis heute der Aberglauben wie in kaum einer anderer Metropole.
Bevor ein hohes Haus gebaut wird, zieht man einen Experten in der Lebensweisheit feng shui  zu Rate, was durchaus mal zu einem Loch innerhalb eines Wohnhauses führen kann. Dank dieses Lochs kann nun der Drache vom dahinter liegenden Berg auch weiterhin täglich ans Meer zum Baden fliegen.
Wer nun denkt, dass der hierdurch verlorene Wohnraum einen immensen Kapitalverlust mit sich bringen muss, sieht sich getäuscht. Tatsächlich kam es zu einer enormen Wertsteigerung der übrigen Wohnungen, welche durch den täglich durchfliegenden Drachen ein unvergleichlich gutes feng shui erfahren.
Zum Vergleich: eine (leerstehende) deutsche Plattenbauwohnung aus den 70er Jahren müsste bei gleicher Größe etwa zwei Millionen Euro kosten.

Marktreiben in Aberdeen
Tempel in Hongkong

Die letzte Station unserer Stadtrundfahrt brachte uns zu einen der vielen Juweliere der Stadt.
Als sehr angenehm empfanden wir hier den kleinen Gratis-Getränkeausschank. Anschließend hätten wir hier unnütze Kettchen mit Preisen um die 3.500 Euro erstehen können, nutzten die eingeplante (Einkaufs-) Zeit aber lieber dazu, einen der vielen kleinen Tempel ganz in der Nähe ein wenig in Augenschein zu nehmen (-;

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© Lars Freudenthal

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