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Bartholomä Annette beim Verlassen des Schiffs

Frisch und munter, und außerdem sehr früh in den nächsten Tag gestartet, fahren wir mit einem der ersten Boote über den Königssee. Damit kommen wir nicht nur in den Genuss des Frühaufsteher-Rabatts, sondern können uns nach der halbstündigen Bootsfahrt in St. Bartholomä ganz ohne Gedränge und Geschiebe nach Herzenslust bewegen.
Hier könnten wir frischen Fisch kaufen oder uns in den Biergarten des großen Wirtshauses begeben, beides jedoch lassen wir zunächst links liegen und spazieren sogleich auf einem breiten Weg zum Eisbachtal.

Kapelle Lars bei Bachüberquerung Eiskapelle

Bereits nach nur einer Viertelstunde überqueren wir die Brücke über den Eisbach mit seiner kleinen Kapelle und freuen uns schon über eine angenehme und kurzweilige Wanderung. Schließlich haben mich meine Eltern schon mal in Kinderjahren dorthin mitgenommen und auch beim Landschulheimaufenthalt kam ich an der Kapelle vorbei.
Nach der Brücke wird der Weg zum ersten mal etwas schmaler und führt nunmehr einiges steiler in den Wald hinein.
Sehr viel steiler, wie wir bei unserem durch gleich zwei kleine Pausen unterbrochenem Aufstieg leider feststellen müssen. Nur gut, dass sich sehr viele ältere Besucher von St. Bartholomä auf den Weg zur Eiskapelle machen und der Weg daher von sehr vielen kleinen Bänken begleitet wird. Gegen Ende des Aufstiegs verschmälert sich der Weg dann zu einem breiten Pfad, der die letzten 200 Meter über Geröll bis an den Eisgraben führt.

Annette bei Bachüberquerung Annette und Lars vor Eiskapelle

Soweit, so gut. Aber wo war das Eis? Ein kleines Plätscherbächle finden wir ja sogleich und das Wasser fühlte sich auch eiskalt an. Der als Eiskapelle bezeichnete Lawinenrest selber aber hat sich bei unserer Ankunft bis an den Fuß der Watzmann-Ostwand zurückgezogen.
Erst nach einer weiteren halbstündigen Tour über Geröll und Felsen sowie mehreren Brückenresten kommen wir schließlich bei der Eiskapelle an. Ob es sich lohnt, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, aber zumindest können wir die Kaltluft deutlich spüren, wie sie vom Watzmann herunter in den Eisgraben hinabfließt.

Auf dem Rückweg begegnen wir dann ganzen Gruppen von Spätaufstehern, die sich zur Eiskapelle aufgemacht haben. Nur wenige aber werden tatsächlich dort ankommen, weil viele der Besucher schon nach einem Drittel der Strecke hörbar schnaufen und die meisten mit normalen Straßentretern bis hin zu Sommerlatschen das denkbar ungünstigste Schuhwerk für die Tour gewählt haben.

Bartholomä - Anlegesteg

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© Lars Freudenthal